Karrierebarometer: Job-Pfade in der Kommunikationsbranche sehr individuell

Das PR Career Center hat gemeinsam mit dem PR-Journal und Prof. Thomas Steinkamp vom Institut für Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück Branchenvertreter nach „Karrierepfaden und Berufsbildern in der Kommunikationsbranche“ befragt: Es drehte sich um Fragen zu Job-Zufriedenheit, -anforderungen und Wechselambitionen. Ein zentrales Ergebnis: unter den rund 240 Teilnehmern aus Unternehmen, Agenturen und Verbänden sind nur etwas mehr als die Hälfte zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Tätigkeit; 41 % planen einen Wechsel in den nächsten zwei Jahren. „Die hohe Bereitschaft zu wechseln ist durch den Wunsch nach einer hoch individualisierten Karriere zu erklären“, so Prof. Thomas Steinkamp, der die Studie wissenschaftlich begleitet. Wolle das HR-Management gut qualifizierte Mitarbeiter für sich begeistern und binden, müsse es bei den Anforderungsprofilen den Wunsch der Kandidaten nach Individualität berücksichtigen und flexible Entwicklungspfade aufzeigen.

Die gesamte Studie gibt es hier.

Gemeinsames Hospitantenprogramm

Mehr gegenseitiges Verständnis für die Arbeitsweise von Unternehmenspressestellen beziehungsweise von PR-Agenturen soll die Zusammenarbeit von Unternehmen und Agenturen verbessern. Für dieses Ziel haben die Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen (GPRA) und der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) jetzt gemeinsam ein Hospitationsprogramm entwickelt. Ab Herbst 2014 bekommen junge Mitarbeiter aus GPRA-Agenturen und BdP-Pressestellen die Möglichkeit, für fünf Tage die „Seiten“ zu wechseln, um Abläufe und Strukturen kennenzulernen.

Der Austausch wird durch die Geschäftsstellen von GPRA und BdP organisiert, koordiniert und betreut. Ziel ist es, möglichst vielen Mitarbeitern im regionalen Austausch die Chance zum Perspektivenwechsel zu geben.

„Es ist nicht einfach, hartnäckige Vorurteile über den Alltag des PR-Geschäftes abzubauen. Man muss da aufeinander zugehen. Gemeinsam mit dem BdP tun wir dies und bieten unseren Mitarbeitern die Chance, sich selbst ein Bild von der Arbeit auf der „anderen Seite“ zu machen. Ich freue mich, dass wir diese Initiative gemeinsam umsetzen können und damit einen Beitrag zu einem professionellen Miteinander leisten.“, so Uwe A. Kohrs, Präsident der GPRA e.V.

„Einige Mitarbeiter in Pressestellen kommen zwar ursprünglich aus Agenturen, aber viele haben direkt auf Unternehmensseite angefangen und kennen Agenturen nur als Dienstleister. Viele Agenturmitarbeiter kennen die Kunden nur aus dieser Perspektive. Das erschwert manchmal das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit. Unser Hospitationsprogramm ist eine Chance für einen Perspektivwechsel. Wir sind sicher, dass das Programm auf großes Interesse stoßen und auf beiden Seiten sehr positive Effekte haben wird.“, so Dr. Jörg Schillinger, Präsident des Bundesverbands der Pressesprecher.

Die GPRA und der BdP koordinieren das Programm gemeinsam. Teilnehmende BdP- und GPRA-Unternehmen werden in den Geschäftsstellen erfasst und vor-rangig nach geografischen Kriterien miteinander in Verbindung gebracht. Im Unternehmen oder in der Agentur hat der Hospitant einen Mentor, der ihn eine Woche betreut und in den Arbeitsalltag einbindet. Beide Verbände ermöglichen sichere vertragliche Rahmenbedingungen und umfassende Multiplika-tion in die Mitgliedschaft.

Neues Ausbildungsangebot: DAPR und führende Arbeitgeber starten „dapr dual“

Die Deutsche Akademie für Public Relations (DAPR) hat gemeinsam mit führenden Arbeitgebern ein neues „Karriereprogramm für Kommunikationstalente“ ins Leben gerufen. Zum Start von „dapr dual“ sind die Agenturen ergo Kommunikation, fischerAppelt, Hill+Knowlton Strategies und komm.passion mit dabei. Erster Verbandspartner ist die GPRA.

Das Programm richtet sich an Einsteiger in der Kommunikationsbranche, vor allem an Absolventen von Bachelorstudiengängen. Es kombiniert den Jobeinstieg bei einem renommierten Arbeitgeberpartner mit einem berufsbegleitenden Masterstudium an der DAPR und der Donau-Universität Krems (DUK).

Der Start ins Berufsleben und der Studienbeginn sind zwischen November 2014 und Januar 2015 möglich. Die Bewerbungsfrist für das Programm endet am 13. Oktober 2014. Die Bewerbung erfolgt über www.dapr.de/dual, dort finden sich auch konkrete Informationen zu den Stellen- und Arbeitgeberprofilen sowie zum DAPR-Masterstudium.

Ein Jahr kostenfreie DPRG-Mitgliedschaft für PR-Studierende und PR-Auszubildende

Der Berufsverband Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V. stärkt seine Nachwuchsförderung mit einem Beschluss der Mitgliederversammlung vom 19. Juni 2014: Alle Studienmitglieder, die dem Verband beitreten, sind für die ersten zwölf Monate beitragsbefreit. Dazu zählen Fachschüler, Studierende, Volontäre, Trainees und PR-Auszubildende für die Dauer ihrer Ausbildung. Der Ausbildungsnachweis / die Studienbescheinigung muss jährlich vorgelegt werden, um als Studienmitglied geführt zu werden.
Nach Ablauf der beitragsbefreiten zwölf Monate beträgt der Jahresbeitrag für Studienmitglieder 45 Euro.Das Anmeldeformular sowie die neue Beitragsordnung sind ab sofort verfügbar.

Mit Bildungsscheck, Prämiengutschein und Co. Seminarkosten sparen

Guter Tipp für alle Weiterbildungsinteressierten: Die Seminare der DAPR werden von Ländern und Bund gefördert. Wer die DAPR-Grundausbildung oder ein Social-Media-Manager-Seminar bucht, kann so bis zu 50 Prozent der Seminarkosten sparen.

Fortbildungsteilnehmer aus NRW können sich über eine Erhöhung der Maximalförderung mit dem Bildungsscheck freuen – das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales erstattet damit bis zu 2.000 Euro. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erhält man mit dem Bildungsscheck immerhin 500 Euro maximale Förderung. Darüber hinaus gibt es bundesweit die Bildungsprämie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, mit der Antragsteller bis zu 500 Euro sparen können. Einem Antrag auf Weiterbildungsförderung geht bei nahezu allen Förderprogrammen eine Beratung durch die jeweilige Beratungsstelle voraus. Gefördert werden in der Regel nur die Seminarkosten; nicht förderbar sind meist Kosten für Anreise, Hotel- und Verpflegung.

 

Österreich: PRVA bündelt Aus- und Weiterbildungsangebote in Kommunikationsakademie

Ab März 2014 bündelt der PRVA (Public Relations Verband Austria) seine kostenpflichtigen Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen unter dem neu geschaffenen Dach KOMMAK-PRVA, Kommunikationsakademie des Public Relations Verbandes Austria. Die KOMMAK-PRVA teilt sich in die zwei Bereiche „PRVA-Seminare und -Workshops“ und die neu geschaffene „PR-Akademie des Wissenschaftlichen Senats des PRVA“, in der in Kooperation mit anerkannten Bildungseinrichtungen berufsbegleitende akademische PR-Lehrgänge angeboten werden. Der erste diesbezügliche Lehrgang startet im Herbst 2014 in Zusammenarbeit mit der DUK (Donau Universität Krems). KOMMAK-PRVA-Veranstaltungen sind generell für Kommunikationsleute offen, PRVA-Mitglieder erhalten Sonderkonditionen.

PRVA-Seminare und -workshops
Wie schon bisher praktiziert, handelt es sich um zeitlich und thematisch konzentrierte Weiterbildungsveranstaltungen mit starkem Praxisbezug. Die Dauer liegt zwischen wenigen Stunden bis maximal zwei Tagen, die Teilnehmeranzahl zwischen 10 bis 20. Im Vordergrund steht der Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrungen, und das ohne disziplinäre Scheuklappen. Die Inhalte sind in erster Linie auf die Bedürfnisse der PRVA-Mitglieder – sowohl Agenturen als auch Unternehmenskommunikatoren – ausgerichtet. Bis dato hat der PRVA im Laufe eines Jahres drei bis fünf Seminare/Workshops angeboten. Diese Frequenz soll deutlich gesteigert werden.

PR-Akademie des Wissenschaftlichen Senats des PRVA
Diese neue Einrichtung wurde auf Initiative von Wolfgang Hötschl, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Senats des PRVA, geschaffen. Die zweisemestrigen berufsbegleitenden Lehrgänge werden sich auf operative Umsetzung ausgerichtetes PR-Know-how konzentrieren, ideal für PR-Einsteiger und -Umsteiger in PR-Agenturen und Kommunikationsabteilungen. Die starke Praxisverzahnung der Wissensvermittlung wird durch Präsentation und Diskussion ausgewählter Best-practice-Beispiele intensiv unterstützt. Starten wird die PR-Akademie im Herbst dieses Jahres mit dem Lehrgang „PR Professional Basic“, durchgeführt in Kooperation mit der Donau-Universität Krems.

„Zeit seines Bestehens hat sich der PRVA die qualitative Weiterentwicklung der Branche zum Ziel gesetzt. Mit der KOMMAK-PRVA setzen wir einen weiteren Meilenstein, um die Professionalisierung der Branche voranzutreiben“, so Ingrid Vogl, PRVA-Präsidentin.

Informationen zum Lehrgang „PR Professional Basic“ folgen in Kürze unter www.donau-uni.ac.at/jokom

Gehälter in der PR-Branche

Laut einer Umfrage der PRimetime, einer Community für Führungskräfte aus der PR-Branche, sind nur 47 Prozent der PR-Führungskräfte mit ihrem Gehalt zufrieden. Ein besserer Verdienst gilt als größter Anreiz, den Job zu wechseln. Steht es wirklich so schlecht um die PR-Gehälter? Wir haben diese Umfrage zum Anlass genommen, etwas genauer zu beleuchten, wie groß die Spanne bei der Entlohnung sein kann und ob die Unzufriedenheit in der PR-Branche wirklich so groß ist.

Mit dem Gehalt unzufrieden?

Dass die Gehälter in der PR-Branche enorm variieren, ist kein Geheimnis – spätestens die diesjährige Kienbaum-Studie belegt eindrucksvoll, dass neben Ausbildungsgrad, Verantwortung innerhalb des Unternehmens, gekoppelt an Berufserfahrung auch Unternehmensgröße und –standort Faktoren sind, die das Gehalt signifikant beeinflussen. Die Umfrage der PRimetime-Community unter Führungskräften ergibt, dass jeder Fünfte nicht mit seinem Gehalt zufrieden sei. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) sind der Meinung, dass das Gehalt aufgrund der Ausbildung nicht angemessen sei. Auch Überstunden und nicht gewürdigte Leistungen spielen bei der Unzufriedenheit eine Rolle. Immerhin liegt die wöchentliche Arbeitszeit in PR-Agenturen und Pressestellen bei fast zwei Dritteln zwischen 41-60 Stunden, glaubt man dem PR-Trendmonitor 2010, der derzeit aktuellsten Studie zu diesem Thema.

Gehalt nach Bundesland

Eine erste gute Übersicht über das Gehalt in der PR-Branche bietet die Aufsplittung nach Bundesländern (Durchschnittswerte, ohne Berücksichtigung von Position und Branche):

Bundesland  Ø Brutto-Gehalt
Baden-Württemberg 2.761 €
Bayern 2.818 €
Berlin 2.549 €
Brandenburg 2.057 €
Bremen 2.512 €
Hamburg 2.938 €
Hessen 2.866 €
Mecklenburg-Vorpommern 2.059 €
Niedersachsen 2.334 €
Nordrhein-Westfalen 2.727 €
Rheinland-Pfalz 2.481 €
Saarland 2.441 €
Sachsen 2.018 €
Sachsen-Anhalt 2.962 €

(Zahlen aus Gehaltsvergleich.com)

Gehalt nach Position

Natürlich verdienen Einsteiger weit weniger als Führungskräfte und auch, ob man als PR-Manager oder Mediengestalter in einer Agentur tätig ist, spielt bei der Höhe der Entlohnung eine Rolle. So kann ein Mediengestalter im Durchschnitt monatlich 1.993 Euro und ein Werbetexter 2.713 Euro verdienen.

Einige der häufigsten Berufe im Überblick:

Beruf ø Brutto-Gehalt
Mediengestalter | Mediengestalterin – Digital-|Print 1.993 €
Werbekaufmann | Werbekauffrau 2.283 €
Art-Direktor | Art-Direktorin 3.253 €
Bürokaufmann | Bürokauffrau 1.775 €
PR-Manager PR-Berater | PR-Managerin PR-Beraterin 2.830 €
Marketingassistent | Marketingassistentin 2.379 €
Werbetexter | Werbetexterin 2.713 €
Marktforscher | Marktforscherin 3.082 €
Event-Manager | Event-Managerin 2.840 €
Projektleiter | Projektleiterin 3.091 €

(Zahlen aus Gehaltsvergleich.com)

Darf man diesem Artikel glauben, können PR-Manager und Texter so zum Beispiel ein Jahresgehalt von 39.000 Euro verdienen, Designer dagegen nur 31.000 Euro.

Auch auf die Unternehmensgröße kommt es an

Neben dem Beruf und dem Bundesland hat auch die Unternehmensgröße einen Einfluss auf das Gehalt. Beschäftigt ein Unternehmen mehr als 1.000 Mitarbeiter, kann das Gehalt im Schnitt um 20 Prozent höher ausfallen. So verdienen PR-Experten in einer Firma bis 20 Mitarbeiter rund 33.300 Euro pro Jahr, in einem Unternehmen von 20 bis 500 Mitarbeitern können 38.200 Euro pro Jahr ausgezahlt werden und in Firmen ab 500 Mitarbeitern kann es sogar durchschnittlich 46.800 Euro pro Jahr geben.

Update: Stepstone Gehaltseport 2013

StepStone hat 2013 eine deutschlandweite Gehaltsstudie durchgeführt, an der rund 50.000 Fach- und Führungskräfte teilgenommen haben. Für die Pr- und Marketingbranche sind Durchschnittsmonatsgehälter (Brutto, ohne Prämien, Boni,…) erhoben worden:

Gruppe Berufserfahrung Monatsverdienst in Euro
Marketing-Manager/in unter fünf Jahre 3.404 Euro
mehr als fünf Jahre 4.243 Euro
PR-Manager/in unter fünf Jahre 3.059 Euro
mehr als fünf Jahre 4.199 Euro

 

GPRA will bessere Berufseinsteiger und nimmt dazu Ausbildungsberufe stärker in die Pflicht

In einem Interview mit dem Branchenmagazin „PR-Journal“ bemängelt GPRA-Präsident Uwe Kohrs, dass sich „die Rahmenbedingungen für Agenturen  in einem massiven Veränderungsprozess befinden, der sich direkt auf das Anforderungsprofil unserer Mitarbeiter auswirkt. Auf dieses veränderte Berufsbild sind die Bewerber allerdings nicht ausreichend vorbereitet – wofür sie natürlich nichts können.“

Er fordert einen „intensiveren Austausch mit den Unis und Ausbildungsinstitutionen, um Lehrangebote schneller anpassen zu können“. Wie die Maßnahmen des Verbands genau aussehen, bleibt zu beobachten. Studierende kontern und laden Kohrs zur gemeinsamen Diskussion ein, um genau diese Frage zu beantworten:

„Wir, die Studierenden der PR-Studiengänge, erfahren an den deutschen Hochschulen eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis. Vor allem werden wir explizit auf das Tätigkeitsfeld des Kommunikationsmanagements vorbereitet. Heute erfahren die Berufseinsteiger nicht erst „on the job“, was es eigentlich heißt, strategische Kommunikationskonzepte zu erarbeiten und umzusetzen. Analytische Fähigkeiten, beständige Selbstreflektion, Teamwork und Projektmanagement werden kontinuierlich in anwendungsorientierten Projektarbeiten trainiert. Und selbst Pitch-Erfahrungen sind bereits etwas Alltägliches im PR-Studium (…) Wir sind sehr gespannt, welche Punkte der Mitgliederkreis der GPRA im Anforderungsprofil für Berufseinsteiger erarbeitet hat und möchten die Vertreter hiermit herzlich einladen, dieses nicht nur mit den Hochschulen und Ausbildern zu diskutieren, sondern auch uns – die PR-Studierenden – in diesen Prozess einzubeziehen.“